Sinn und Unsinn von Produktivität im Einzelhandel – Teil 1
Lohnkosten sind der größte beeinflussbare Kostenfaktor im Einzelhandel und daher auf allen Ebenen der Organisation von großer Bedeutung. Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Lohnkosten sind die Produktivitätsstandards. Seit über 45 Jahren unterstützen wir unsere Kunden mit realistischen Arbeitsnormen für den Einzelhandel. Denn für uns ist Produktivität kein Ziel an sich, sondern das Ergebnis effizient gestalteter Prozesse. Dennoch werden wir regelmäßig gefragt, ob Produktivitätsstandards zentral oder auf Filialebene festgelegt werden sollten. Schließlich trägt die Filialleitung die Verantwortung für die Ergebnisse des Standorts und die damit verbundenen Personalkosten.
Unsere ehrliche Antwort? Es lohnt sich, diese Entscheidung sorgfältig zu hinterfragen. Wir möchten Dir keine einseitige Argumentation präsentieren, sondern auf mögliche Herausforderungen aufmerksam machen, die mit einer rein lokalen Steuerung verbunden sein können.
- Wie stellst Du sicher, dass vor Ort die Qualität erreicht wird, die Du als Handelsunternehmen anstrebst? Um dem Kunden das gewünschte Einkaufserlebnis zu garantieren, ist eine angemessene Personalbesetzung unerlässlich.
- Wie verhinderst Du, dass vor Ort Entscheidungen getroffen werden, die (um die Lohnquote zu erreichen) nicht zu Deiner Organisation passen oder der kundenorientierten Arbeitsweise abträglich sind?
- Wie stellst Du sicher, dass vor Ort die erforderlichen Ressourcen und Daten verfügbar sind, damit Führungskräfte wirklich Verantwortung übernehmen können?
- Wie berücksichtigst Du Einflussfaktoren wie die Inflation fundiert bei der Festlegung der Standardproduktivität?
- Wie wird innerhalb der zentralen Organisation die jährliche Budgetierung der Lohnkosten für alle Standorte festgelegt? Und wie gehst Du dabei mit den Standortleitern und der lokalen Verantwortung um: Lässt Du ihnen völlige Freiheit oder legst Du Rahmenbedingungen fest?
- Wie stellst Du sicher, dass die Auswirkungen von Prozessoptimierungen, Innovationen und neuen Konzepten auf die Lohnkosten vor einer Investition fundiert belegt werden?
Insgesamt erleichtert die Verlagerung der Verantwortung für Normproduktivität und Lohnkosten auf die lokale Ebene die Steuerung in der Regel nicht – vielmehr entstehen zusätzliche Risiken und Herausforderungen. Besteht die Gefahr, dass der Fokus stärker auf die Lohnkosten als auf die tatsächliche Produktivität gelegt wird? Ganz gleich, ob Du gemeinsam mit uns an der richtigen Produktivität pro Standort arbeitest oder Dich selbst darum kümmerst – stelle auf jeden Fall sicher, dass Du auf der Grundlage der lokalen Arbeitsbelastung realistische Produktivitätsziele festlegst.
Möchtest Du lieber stärker auf den KPU als auf die Produktivität hinarbeiten?
Auch dann gilt: Regle dies zentral gut für Deine Standorte. Mit dem Workforce Planner steht Dir ein leistungsstarkes Werkzeug zur Verfügung, um für jeden Standort auf der Grundlage einer Idealbesetzung eine realistische normative KPU zu ermitteln. Auf dieser Grundlage kannst Du das Lohnkostenbudget realistisch festlegen und vor Ort aktiv darauf hin steuern. Indem Du dem Standortleiter Zugriff auf Workforce Planner gewährst, verschaffst Du ihm sowohl Einblick in die aktuelle Teamzusammensetzung als auch in die Idealbesetzung. Damit verfügt der Verantwortliche am Standort über ein konkretes Instrument zur Steuerung. So schaffst Du für Deine Standorte eine transparente und fundierte Grundlage für die Steuerung der Personalkosten, und man kann vor Ort tatsächlich die Verantwortung für die Einhaltung des Lohnkostenbudgets übernehmen. Dort liegt schließlich auch die Verantwortung.
Möchtest Du Dich hierzu näher austauschen? Gerne erläutern wir Dir unseren Ansatz in einem persönlichen Gespräch. Wir konzentrieren uns dabei auf konkrete Fragestellungen und praxisorientierte Lösungen. Denn eines wissen wir aus jahrzehntelanger Erfahrung: Im Einzelhandel machen die Details oft den entscheidenden Unterschied.


